In allen Bundesländern arbeiten die Energieversorger und Katasterämter gemeinsam an der Einführung des neuen „Amtlichen Liegenschaftskataster-Informationssystem“(ALKIS) der Arbeitsgemeinschaft der Vermessungsverwaltungen der Länder der Bundesrepublik Deutschland (AdV). Basis für die Einführung von ALKIS ist der Wechsel auf das Referenzsystem ETRS89, und auf das Koordinatensystem UTM (Universal Transverse Mercator).
Vattenfall hat in Hamburg bereits 2005 das Projekt „Homogenisierung“ gestartet, um für die eigenen Planwerke den Wechsel auf ETRS89/UTM vorzubereiten.
Deutschlandweit gehört Vattenfall zu den drei größten Energiedienstleistern. Die Unternehmensgruppe ist auf allen Ebenen der Energiewirtschaft aktiv - von der Erzeugung, über die Verteilung bis hin zum Handel und Verkauf - in Hamburg erzeugt Vattenfall umweltfreundlichen Strom und Fernwärme vorwiegend aus Steinkohle und Biomasse und ist mit 3500 Mitarbeitern einer der größten Arbeitgeber der Stadt Hamburg.
Die Vattenfall Europe Netzservice GmbH (VE Netzservice) ist eine Tochtergesellschaft der Business Unit Distribution, und wird beauftragt durch die Vattenfall Europe Distribution Hamburg GmbH. Der VE Netzservice ist verantwortlich für den Ausbau und die Instandhaltung des Verteilnetzes in Hamburg sowie deren Störungsbeseitigung. Hierzu gehört auch die Netzdokumentation, die mit den digitalen Planwerken die Arbeitsgrundlage für den VE Netzservice liefert.
Was nicht (mehr) passt wird passend gemacht
Gegenwärtig basiert bei Vattenfall in Hamburg die gesamte Dokumentation der Netze und dazugehöriger Sachdaten auf der Digitalen Stadtgrundkarte (DSGK) der Hamburger Katasterverwaltung. Diese DSGK-Daten wurden jedoch über die Jahre laufend mit vielen zusätzlichen Informationen zu den Leitungen und Betriebsmitteln angereichert um eine bessere Übersicht zu erlangen. Das betrifft insbesondere die Bestandsdokumentation der Strom- und Fernwärmeleitungen, der Trassen und der Übersichtspläne.
Doch auch die Hamburger Katasterverwaltung war in der Zwischenzeit nicht untätig: Die DSGK wurde dort durch Berechnung von Koordinaten und durch Homogenisierung (Überführung in ein einheitliches Format) ebenfalls perfektioniert. Auch dies war ein laufender Prozess.
Durch all das wurden die Datenbestände zwar jeweils erheblich verbessert, aber die beiden Kartenwerke passten nicht mehr zusammen. Die Lage einzelner Objekte hatte sich verschoben und teilweise gab es Lageunterschiede von bis zu drei Metern.
Hohe Datenqualität durch richtige Produktwahl
Da die DSGK weiterhin die Basis für die Betriebsmitteldokumentation in Hamburg bilden sollte, musste der Energieversorger seine Pläne an die der Katasterverwaltung anpassen. Man entschied sich für ein Projekt zur Homogenisierung der Daten.
Für die Realisierung dieses Projekts wurde die grit GmbH beauftragt. Die grit-Software HOMAGE-Netz hatte sich schon in anderen Homogenisierungsprojekten bewährt. HOMAGE-Netz ist besonders geeignet für Bestandspläne, es enthält z.B. spezielle Algorithmen, wie Vorschriften zur Behandlung von Symbolen, Texten, parallel laufenden Leitungen, etc.
Durch Batch-Betrieb (paketweise, sequentielle Bearbeitung) wird HOMAGE-Netz auch mit großen Datenmengen problemlos fertig. Das war auch notwendig: das Projekt umfasste die Verarbeitung von 23.000 Stromleitungsplänen und 870 Grundplänen von jeweils einem Quadratkilometer.
Sobald die Datenbestände in Form von blattschnittfreien Grundplänen vorlagen, wurden sie von grit in eine Datenbank überführt und automatisch aufgeteilt. Die so entstehenden sogenannten Kacheln von 500 mal 500 Metern wurden dann nacheinander abgearbeitet. Damit die Übergänge zwischen den Kacheln stimmen, bekam jede einzelne Kachel noch einen Puffer von 250 Metern Umkreis, dessen Inhalt bei der Homogenisierung mit berücksichtigt wurde. Kacheln, in denen keine Verschiebungen auftraten, wurden aussortiert, um den Aufwand zu reduzieren. Hier handelte es sich oft um Grünflächen, Parks oder dünn bebautes Gelände an den Stadtgrenzen.
Bei den anfallenden Datenmengen war die Qualitätssicherung ein zentrales Thema im Projekt. HOMAGE-Netz liefert hier verschiedene statistische Informationen zu den Ergebnissen der Homogenisierung. Die Stellen, an denen bestimmte Vorgaben nicht umgesetzt werden konnten, wurden sofort gekennzeichnet und anschließend geprüft und korrigiert.
Gut durchdachte Vorbereitung spart letztendlich Zeit
Noch bevor mit der eigentlichen Homogenisierung begonnen werden konnte, waren auch hier einige wichtige Vorbereitungen durchzuführen. Vattenfall benutzt in Hamburg die Plattform MicroStation von Bentley Systems zur Erfassung und Fortführung ihres Bestandsplanwerkes. Mit von Vattenfall Europe Information Systems (VEIS) entwickelten Werkzeugen wurden die Datenbestände vorab bereinigt. Für die nachfolgende Umsetzung der MicroStation-Daten in das HOMAGE-Format wurde die wfw nord consult GmbH beauftragt.
Der Aufwand lohnt sich
Mit all diesen Maßnahmen reduzierte sich der Aufwand für die Pflege der Pläne erheblich. Es gibt keine Klaffen mehr zwischen den eigenen Daten und den amtlichen Geobasisdaten. Die Ergebnisse von GPS-Messungen können unmittelbar in die Dokumentation eingetragen werden. Wichtigstes Kriterium des Projektes war es, dass bei der ALKIS-Einführung in Hamburg der erforderliche Übergang von Gauß-Krüger-Koordinaten zu UTM-Koordinaten unter Bezug auf ETRS89 für Vattenfall entscheidend unterstützt und vereinfacht wird.
Ready for ALKIS
Uwe Kiesel ist Leiter der Netzdokumentation bei der Vattenfall Europe Netzservice GmbH in Hamburg. Er freut sich: „Das Thema ALKIS-Einführung ist auch bei uns schon lange aktuell. Nach der erfolgreichen Homogenisierung unserer Datenbestände können wir nun dem Übergang nach ETRS89/UTM bedeutend gelassener entgegen sehen!“
Das bringt es dem Kunden
- Einfachere Pflege der Planwerke durch homogene, geometrisch exakte Datenbestände
- Integration von GPS-Messungen in den Planwerken
- Unkomplizierter Übergang nach ETRS89/UTM
- Langfristige Nutzung von amtlichen Geobasisdaten
- Integration von zusätzlichen Geodaten in die Planwerke
Softwareprodukt:
Ihr Ansprechpartner zum Projekt:
grit GmbH
Lothar Liesen
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